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𝐃𝐚𝐬 𝐢𝐧𝐧𝐞𝐫𝐞 𝐊𝐢𝐧𝐝 𝐢𝐬𝐭 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐯𝐨𝐧 𝐝𝐢𝐫 𝐠𝐞𝐭𝐫𝐞𝐧𝐧𝐭. 𝐃𝐮 𝐛𝐢𝐬𝐭 𝐞𝐬.

23.06.26

Eines der größten Missverständnisse auf dem spirituellen Weg ist die Vorstellung, dass das innere Kind etwas ist, das getrennt von uns existiert. Etwas, das irgendwo tief in uns sitzt, auf Heilung wartet und von unserem erwachsenen Ich besucht werden muss. Deshalb hört man oft Sätze wie: „Geliebtes inneres Kind, ich sehe dich. Ich höre dich. Ich nehme dich in den Arm. Ich liebe dich.“ Für viele Menschen kann das zunächst ein wichtiger Schritt sein. Doch irgendwann darf eine noch tiefere Erkenntnis entstehen. Denn wer spricht dort eigentlich mit wem?

Wenn du zu deinem inneren Kind sprichst, erschaffst du unbewusst zwei Identitäten. Hier bist du als Erwachsene oder Erwachsener und dort ist das innere Kind. Es entsteht eine feine, oft kaum bemerkbare Trennung. Eine Trennung zwischen dem, der heilen möchte, und dem, der geheilt werden soll. Doch was wäre, wenn genau diese Trennung die eigentliche Illusion ist? Du bist nicht der Erwachsene, der ein verletztes Kind in sich trägt. Du bist dieses Kind. Du warst es immer. Dieses Kind ist nicht irgendwo in deinem Inneren eingeschlossen. Es ist kein Anteil, der von dir getrennt lebt. Es ist dein eigenes Bewusstsein, das all seine Erfahrungen gesammelt hat. Es ist deine ursprüngliche Reinheit, deine Offenheit, deine Freude, deine Verletzlichkeit und deine Lebendigkeit. Es war niemals von dir getrennt. Es konnte gar nicht getrennt sein. Nur der Verstand hat Geschichten erschaffen, in denen scheinbar verschiedene Anteile existieren.

In dem Moment, in dem du erkennst: „Ich bin dieses Kind. Ich war nie von ihm getrennt.“, beginnt sich etwas ganz Tiefes zu verändern. Du musst nicht mehr zwischen einem Erwachsenen und einem Kind hin und her wechseln. Du musst niemanden mehr suchen. Du musst niemanden mehr retten. Du musst niemanden mehr in den Arm nehmen. Denn in Wahrheit umarmst du dich bereits selbst. Und genau dort geschieht etwas Wunderschönes. Die Suche endet. Der innere Kampf endet. Die Vorstellung von zwei getrennten Wesen löst sich auf. Was bleibt, ist dein eigenes Sein.

Vielleicht fragst du dich jetzt: „Heißt das, dass ich mich nie um meine Gefühle kümmern soll?“ Doch, natürlich. Aber nicht aus der Haltung heraus, dass dort ein verletztes Wesen existiert, das getrennt von dir lebt. Sondern aus dem tiefen Bewusstsein heraus, dass alles, was sich gerade zeigt, bereits du selbst bist. Dann sagst du nicht mehr: „Ich sehe mein inneres Kind.“ Sondern: „Ich sehe mich.“ Nicht: „Ich tröste mein inneres Kind.“ Sondern: „Ich lasse mich vollständig da sein.“ Nicht: „Ich muss mein inneres Kind heilen.“ Sondern: „Ich erkenne, dass ich mich nie wirklich verloren habe.“

Und genau darin liegt für mich der entscheidende Unterschied. Heilung geschieht nicht dadurch, dass zwei scheinbar getrennte Teile wieder zueinanderfinden. Heilung geschieht in dem Augenblick, in dem die Illusion der Trennung erkannt wird. Denn Liebe verbindet nicht zwei Teile. Liebe erkennt, dass sie niemals voneinander getrennt waren. Vielleicht ist genau das die tiefste Form der inneren Kindheilung. Nicht länger mit dem inneren Kind zu sprechen, als wäre es jemand anderes. Sondern zu erkennen:

Ich bin dieses Kind. Ich war es immer. Und genau deshalb muss ich nichts außerhalb von mir suchen. Ich darf mich einfach wieder als das erkennen, was ich in Wahrheit die ganze Zeit gewesen bin, vollständiges, göttliches Bewusstsein in menschlicher Erfahrung.

Deine Sandra Lumina 💞

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