๐๐ข๐ ๐๐ฎ๐๐ฅ๐ฅ๐ ๐ก๐๐ญ ๐๐๐ง ๐๐๐ง๐ฌ๐๐ก๐๐ง ๐ง๐ข๐๐ก๐ญ ๐๐ซ๐ฌ๐๐ก๐๐๐๐๐ง, ๐ฌ๐ข๐ ๐ก๐๐ญ ๐ฌ๐ข๐๐ก ๐๐ฅ๐ฌ ๐๐๐ง๐ฌ๐๐ก ๐๐ฎ๐ฌ๐ ๐๐๐ซรผ๐๐ค๐ญ
Seit ich tiefer in das Quellbewusstsein eintauche, hat sich mein Blick auf die Schรถpfung vollkommen verรคndert. Viele Menschen stellen sich vor, dass die Quelle oder Gott den Menschen erschaffen hat, als wรคre da ein Plan gewesen, eine Konstruktion, ein Entwurf, etwas, das entwickelt, geformt und Stรผck fรผr Stรผck zusammengesetzt wurde. Doch je tiefer ich in mein eigenes Sein eintauche, desto weniger fรผhlt sich das fรผr mich wahr an. Mir wurde gezeigt, dass die Quelle nicht erschafft wie ein Architekt ein Haus baut oder wie ein Handwerker etwas zusammensetzt. Die Quelle ist unermessliches Bewusstsein, unermessliche Intelligenz, unermessliches Leben. Sie muss nichts entwickeln, nichts verbessern, nichts optimieren und nichts erschaffen, was vorher nicht da gewesen wรคre. Alles ist bereits in ihr enthalten. Der Mensch ist deshalb fรผr mich nicht das Ergebnis einer Schรถpfung, sondern ein Ausdruck der Schรถpfung selbst. So wie eine Welle nicht vom Ozean getrennt ist, sondern der Ozean in Bewegung, so sind auch wir nicht getrennt von der Quelle, sondern die Quelle in Bewegung, die Quelle in Erfahrung, die Quelle in menschlicher Form.
Was mich dabei besonders berรผhrt, ist die Erkenntnis, dass die Quelle niemals darรผber nachdenken musste, wie ein Gehirn funktionieren soll, wie ein Herz schlagen soll oder wie Milliarden Prozesse gleichzeitig in einem Kรถrper ablaufen kรถnnen. Sie musste keine Bauplรคne erstellen, keine Funktionen festlegen und keine Mechanismen entwickeln. All das war bereits in ihr enthalten. Aus ihrer unendlichen Intelligenz heraus entsteht Leben ganz natรผrlich. Nicht, weil darรผber nachgedacht wird, sondern weil die Quelle selbst diese Genialitรคt ist. Das Gehirn, das Nervensystem, die Organe, die Zellen, die Natur, die Sterne, die Planeten, die Erde selbst, all das erscheint mir nicht wie etwas Erschaffenes, sondern wie etwas, das aus dem unendlichen Bewusstsein hervorgegangen ist. So wie aus einem Samen ein Baum entsteht, ohne dass der Samen darรผber nachdenken muss, wie er Wurzeln, Blรคtter oder Frรผchte hervorbringt, so entsteht die gesamte Schรถpfung aus dem Wesen der Quelle selbst. Die Erde musste nicht geplant werden. Die Sterne mussten nicht konstruiert werden. Die Galaxien mussten nicht berechnet werden. Sie entstanden aus einer Intelligenz heraus, die so unermesslich groร ist, dass Vollkommenheit nicht das Ergebnis eines Prozesses ist, sondern ihre natรผrliche Beschaffenheit.
Vielleicht ist genau das die grรถรte Genialitรคt der Quelle, dass sie nichts erzwingen muss, dass sie nichts kontrollieren muss und dass sie nichts erschaffen muss, indem sie daran arbeitet. Die Sonne denkt nicht darรผber nach, wie sie scheinen soll, die Blume denkt nicht darรผber nach, wie sie blรผhen soll, und das Leben denkt nicht darรผber nach, wie es leben soll, es geschieht aus seiner eigenen Natur heraus. Genauso zeigt es sich mir auch mit uns Menschen. Wir wurden nicht erschaffen, wir sind aus der Quelle hervorgegangen. Wir sind Ausdruck eines Bewusstseins, das sich selbst erfahren mรถchte. Die Quelle schaut durch unsere Augen auf ihre eigene Schรถpfung, sie fรผhlt durch unsere Herzen, sie liebt durch uns, sie lacht durch uns, sie weint durch uns und sie entdeckt sich selbst in unendlich vielen Formen immer wieder neu.
Vielleicht besteht Erwachen deshalb nicht darin, etwas Neues zu lernen oder etwas zu werden, sondern sich an das zu erinnern, was wir schon immer waren. Vielleicht sind wir nicht auf der Suche nach der Quelle, vielleicht sucht die Quelle durch uns nach sich selbst. Und vielleicht erkennen wir irgendwann, dass wir niemals von ihr getrennt waren, weil wir in Wahrheit nichts anderes sind als die Quelle selbst, die sich fรผr einen Augenblick Mensch nennt.
Sandra Lumina ๐