✨𝐓𝐑𝐄𝐍𝐍𝐔𝐍𝐆 & 𝐄𝐈𝐍𝐇𝐄𝐈𝐓, 𝐖𝐎 𝐒𝐓𝐄𝐇𝐓 𝐃𝐀𝐒 𝐊𝐎𝐋𝐋𝐄𝐊𝐓𝐈𝐕 𝐆𝐄𝐑𝐀𝐃𝐄?✨
Wenn wir von Trennung sprechen, denken viele zuerst an Streit, Ablehnung, Ausgrenzung oder daran, dass Menschen gegeneinander stehen. Doch für mich beginnt Trennung viel tiefer, nämlich in der eigenen Wahrnehmung des Seins. Trennungsbewusstsein bedeutet für mich, zu glauben, ich sei ausschließlich dieser Körper, dieser Name, diese Persönlichkeit und diese eine Lebensgeschichte. Ich empfinde mich als einzelnes Wesen, das irgendwo in einer Welt existiert, die außerhalb von mir liegt. Hier bin „ich“, dort beginnt „das Außen“, dort sind die anderen Menschen, die Tiere, die Natur und die Welt. Genau diese Vorstellung eines voneinander getrennten Innen und Außen gehört für mich zu einer der tiefsten Ebenen des Trennungsbewusstseins.
Denn in meinem Empfinden gibt es auf der tiefsten Ebene dieses wirkliche Außen und Innen gar nicht. Alles befindet sich innerhalb eines einzigen großen Quellfeldes, eines unendlichen Bewusstheitsfeldes, in dem alles enthalten ist. Mensch, Tier, Pflanze, Erde, Materie, Schöpfung, alles, was Form angenommen hat und alles, was noch formlos ist. Auch das, was wir erschaffen, gestalten und hervorbringen, entsteht letztlich innerhalb dieses einen Feldes. Für mich gibt es deshalb nichts, was vollkommen außerhalb der Quelle stehen könnte, denn wo sollte dieses „außerhalb“ überhaupt beginnen, wenn die Quelle alles umfasst?
Ich sehe dieses große Bewusstheitsfeld manchmal wie ein unendliches Lichtfeld, von dem unzählige Strahlen ausgehen. An einem dieser Strahlen erfährt sich Bewusstsein vielleicht als Seele in einem Menschen, an einem anderen als Seele in einem Tier, an einem weiteren begegnet uns Leben durch eine Blume, einen Baum oder eine vollkommen andere Ausdrucksform. Jeder Strahl erscheint zunächst individuell, jeder hat seine eigene Erfahrung, seine eigene Form und seinen eigenen Ausdruck. Doch wenn wir den einzelnen Strahl bis zu seinem Ursprung zurückverfolgen, gelangen wir immer wieder in dasselbe große Feld. Die Strahlen sind verschieden, ihre Quelle ist dieselbe.
Und genau deshalb bedeutet Einheit für mich nicht, dass Individualität verschwindet. Ich bin weiterhin ich und du bist weiterhin du. Ein Tier ist ein Tier, eine Blume ist eine Blume und ein Baum ist ein Baum. Die Formen dürfen vollkommen unterschiedlich sein. Einheit bedeutet für mich vielmehr, hinter diesen Formen den gemeinsamen Ursprung wiederzuerkennen. Wir sind nicht deshalb eins, weil wir alle gleich sind. Wir sind eins, weil all diese unterschiedlichen Ausdrucksformen innerhalb desselben großen Bewusstheitsfeldes existieren und aus diesem hervorgehen.
Aus der inneren Vorstellung von Trennung entsteht schließlich häufig auch die Trennung, die wir im Außen erleben. Wenn ich mich selbst ausschließlich als abgegrenztes einzelnes Wesen wahrnehme, entstehen schnell Kategorien wie „ich und die anderen“, „wir und die“, „richtig und falsch“, „zugehörig und nicht zugehörig“. Trennung zeigt sich dort, wo ich einen anderen Menschen nicht mehr so sein lassen kann, wie er ist. Wo seine Herkunft, sein Glaube, seine Lebensweise, seine Entscheidungen oder seine Sichtweise darüber bestimmen, ob ich ihn als gleichwertigen Teil des Lebens anerkenne. Wenn beispielsweise Menschen aus einem anderen Land nach Deutschland kommen und allein aufgrund ihrer Herkunft gesagt wird: „Die gehören hier nicht hin“, zeigt sich darin für mich ebenfalls Trennungsbewusstsein. Das bedeutet nicht, dass gesellschaftliche oder politische Fragen nicht unterschiedlich betrachtet werden dürfen. Der energetische Unterschied liegt für mich darin, ob ich trotz aller Unterschiede noch den Menschen hinter diesen Unterschieden erkennen kann.
Einheit bedeutet nicht Gleichheit. Einheit bedeutet auch nicht Grenzenlosigkeit.
Ich kann in Einheit sein und trotzdem Nein sagen. Ich kann eine klare Grenze setzen, mich von einem Menschen entfernen, eine Handlung ablehnen oder eine vollkommen andere Meinung vertreten. Einheit verlangt nicht, alles hinzunehmen oder alles gutzuheißen. Sie bedeutet für mich vielmehr, dass ich den anderen nicht aus dem großen Ganzen herausnehme, nur weil sein Ausdruck nicht meinem entspricht. Ich darf meinen eigenen Raum schützen, ohne einem anderen Wesen seinen Wert abzusprechen. Ich darf meine Wahrheit leben, ohne daraus eine Wahrheit machen zu müssen, nach der jeder andere Mensch leben soll.
Einheit beginnt deshalb genauso tief im Inneren wie Trennung. Sie beginnt dort, wo ich mich nicht länger ausschließlich mit meinem Körper identifiziere, sondern mich als Bewusstsein, als Seele, als göttliches Sein erfahre, das sich durch diesen Körper ausdrückt. Der Körper verliert dadurch keineswegs seinen Wert. Er ist eine wundervolle Ausdrucksform dieses Bewusstseins. Doch er ist für mich nicht die Grenze meines Seins. Und je tiefer diese Erinnerung zurückkehrt, desto durchlässiger wird auch die Vorstellung, alles um mich herum sei vollkommen getrennt von mir. Ich beginne, die vielen Strahlen zu sehen und gleichzeitig das eine Licht wahrzunehmen, aus dem sie hervorgehen.
Wenn ich momentan in das kollektive Feld hineinspüre, zeigt sich mir die Menschheit weiterhin deutlich in einem Übergangsraum. Energetisch nehme ich gegenwärtig ungefähr 63 % Trennungsbewusstsein und 37 % Einheitsbewusstsein wahr. Diese Zahlen sind keine allgemeingültige Messung, sondern eine energetische Momentaufnahme dessen, was sich mir im jetzigen kollektiven Feld zeigt. Gleichzeitig empfinde ich, dass das Bewusstsein für Einheit zunimmt. Interessanterweise kann gerade dadurch vorhandene Trennung zunächst noch sichtbarer werden, weil immer mehr an die Oberfläche tritt, was zuvor unbewusst gelebt wurde.
Wahre Einheit zeigt sich für mich deshalb nicht darin, wie häufig wir von Liebe, Licht, Erwachen oder Bewusstsein sprechen. Sie zeigt sich darin, wie wir leben und wahrnehmen. Kann ich mich als mehr erkennen als meinen Körper? Kann ich verstehen, dass das vermeintliche Außen ebenfalls innerhalb dieses einen großen Feldes existiert? Kann ich im Menschen, im Tier, in der Natur und in den vielen Formen des Lebens unterschiedliche Strahlen derselben Quelle erkennen? Kann ich einen anderen Menschen anders sein lassen, ohne ihn deshalb abzuwerten? Kann ich meine eigene Wahrheit verkörpern, ohne sie über die Wahrheit eines anderen zu stellen?
Genau dort beginnt für mich gelebte Einheit.
Vielleicht besteht einer der nächsten großen Schritte unseres kollektiven Bewusstseins deshalb darin, die Illusion des vollkommen Getrennten immer tiefer zu durchschauen. Nicht indem wir unsere Individualität verlieren, sondern indem wir erkennen, dass Individualität und Einheit gleichzeitig existieren können. Ein Strahl muss nicht aufhören, ein Strahl zu sein, um zu erkennen, dass er aus demselben Licht hervorgeht wie alle anderen.
Und wenn wir immer weiter zum Ursprung zurückgehen, hinter unsere Namen, unsere Körper, unsere Geschichten, unsere Rollen und all die Formen, durch die sich Leben ausdrückt, gelangen wir für mich irgendwann wieder an denselben Punkt: in dieses eine unendliche Bewusstheitsfeld, aus dem alles hervorgeht und in dem alles enthalten ist.
Vielleicht müssen wir Einheit deshalb gar nicht erschaffen. Vielleicht dürfen wir uns lediglich wieder daran erinnern, dass es auf der tiefsten Ebene niemals etwas gab, das wirklich außerhalb von ihr lag🪽✨🪽✨
In Einheit und Liebe,
Sandra Lumina 💫