✨9:9-PORTAL – EINATMEN, STILLE, AUSATMEN✨
Heute, am 9.9., öffnet sich ein besonderes Feld der Vollendung. Es ist weniger ein Portal, durch das wir irgendwohin gehen müssen, sondern vielmehr ein tiefes Einatmen. Vieles, was sich in den vergangenen Wochen und Monaten bereits gelöst, verändert und geschlossen hat, darf heute noch einmal ganz tief in seinen Abschluss sinken. Nicht mehr festhalten, nicht mehr zurückgehen, nicht mehr versuchen, etwas in eine alte Form zurückzubringen, die längst nicht mehr trägt. Es ist ein Punkt des Sammelns, des Anerkennens und des tiefen Ankommens in dem, was bereits geschehen ist.
Viele Menschen haben in der vergangenen Zeit große Veränderungen erlebt. Die einen haben ihre Arbeit gewechselt, andere ihr Geschäft geschlossen, wieder andere haben Beziehungen, Verbindungen, Projekte, Aufgaben oder ganze Lebensabschnitte beendet. Dinge wurden beiseitegelegt, die in ihrer bisherigen Form nicht mehr für die neue Zeit bestimmt sind. Doch hinter diesen äußeren Veränderungen liegt oftmals etwas viel Tieferes: Eine bisherige Identität beginnt sich aufzulösen. Du bist nicht deine Arbeit. Du bist nicht dein Geschäft. Du bist nicht deine Aufgabe, deine Rolle oder das Bild, das du bisher von dir getragen hast. Wenn etwas davon wegfällt, verschwindest nicht du. Vielmehr kann sichtbar werden, wer du jenseits all dieser bisherigen Formen eigentlich bist.
Und genau dadurch entsteht dieser besondere Zwischenraum. Das Alte bist du nicht mehr, das Neue ist jedoch noch nicht vollständig sichtbar. Dieser Raum kann sich leer anfühlen. Vielleicht ungewohnt still, vielleicht orientierungslos, vielleicht sogar so, als würde überhaupt nichts geschehen. Doch obwohl dieser Raum sich leer anfühlt, geschieht darin Neuordnung. Etwas sortiert sich neu, etwas findet einen anderen Platz, etwas beginnt sich erst zu formen. Gerade deshalb muss diese scheinbare Leere nicht sofort wieder mit einer neuen Aufgabe, einer neuen Rolle oder einem fertigen Plan gefüllt werden.
Doch nicht bei allen Menschen haben sich die Veränderungen der vergangenen Monate bereits vollständig vollzogen. Manche spüren schon lange, dass etwas anders werden möchte. Sie wollen sich verändern, möchten etwas loslassen oder einen neuen Weg gehen, doch bisher hat es noch nicht ganz funktioniert. Vielleicht wurden erste Schritte gemacht und anschließend wieder zurückgenommen. Vielleicht fehlt noch der Mut für eine bestimmte Entscheidung. Vielleicht ist innerlich längst klar, was gehen möchte, während das äußere Leben noch nicht nachgekommen ist. Auch hier geschieht bereits Veränderung. Nicht jede Wandlung beginnt mit einer sichtbaren Entscheidung. Manches verändert sich lange im Inneren, bevor es irgendwann auch im Außen Form annimmt.
Und dann gibt es diejenigen, die Veränderung momentan noch nicht zulassen wollen. Menschen, die versuchen, an bisherigen Strukturen, Rollen, Überzeugungen oder Lebensformen festzuhalten, obwohl sie tief in sich vielleicht längst spüren, dass etwas nicht mehr stimmt. Genau dort kann der innere Druck zunehmend stärker wahrgenommen werden. Nicht als Strafe und nicht, weil mit diesen Menschen etwas falsch wäre, sondern weil zwei Bewegungen gleichzeitig wirken: Etwas möchte sich verändern, während ein anderer Teil mit aller Kraft versucht, genau diese Veränderung zu verhindern.
Dieser innere Druck kann sich sehr unterschiedlich zeigen. Als starke Wut, tiefe Traurigkeit, innere Unruhe, Überforderung oder das Gefühl, überhaupt nicht mehr zu wissen, wie es weitergehen soll. Manche können sich vollkommen orientierungslos fühlen, weil die bisherigen inneren Wegweiser nicht mehr funktionieren, während die neuen noch nicht sichtbar geworden sind. Es kann dieses tiefe Empfinden entstehen: Ich weiß nicht mehr weiter. Ich weiß nicht mehr, wohin. Ich weiß nicht einmal mehr, woran ich mich halten soll. Und je stärker versucht wird, die bisherige Form unbedingt aufrechtzuerhalten, desto deutlicher kann dieser innere Widerspruch wahrgenommen werden.
Vielleicht liegt genau darin eine der tiefsten Botschaften dieser Zeit: Der Druck möchte nicht bekämpft werden, sondern verstanden werden. Vielleicht zeigt er an manchen Stellen lediglich, wie viel Kraft gerade dafür aufgebracht wird, etwas zusammenzuhalten, das innerlich längst nach Veränderung ruft. Manchmal entsteht die größte Erschöpfung nicht durch die Veränderung selbst, sondern durch den Versuch, sie dauerhaft aufzuhalten.
Dabei bedeutet Veränderung keineswegs, dass jeder Mensch jetzt seine Arbeit kündigen, sein Geschäft schließen, seine Beziehung verlassen oder sein gesamtes Leben umwerfen muss. Veränderung ist nicht immer äußerlich. Manchmal bleibt das Außen nahezu gleich und dennoch verändert sich im Inneren alles. Entscheidend ist nicht, möglichst viel loszulassen, sondern ehrlich wahrzunehmen, was noch lebendig und stimmig ist und was lediglich aus Angst, Gewohnheit oder alter Identifikation weitergetragen wird.
Der 9.9. ist das Einatmen. Der 10.9. trägt die Stille. Der 11.9. bringt das Ausatmen. Drei Tage wie eine einzige Atembewegung: einatmen, innehalten, ausatmen. Vollenden, still werden und anschließend aus einem veränderten inneren Raum wieder in Bewegung kommen. Das bedeutet nicht, dass am 11.9. plötzlich sämtliche Antworten vorhanden sein müssen. Vielleicht beginnt dort lediglich ein erster neuer Atemzug, während vieles andere noch Zeit braucht, um sichtbar zu werden.
Gerade deshalb sind das Hier und Jetzt und das Vertrauen momentan so wesentlich. Auch in meinen vergangenen Texten und in meinem letzten YouTube-Video habe ich darüber gesprochen, wie wichtig es gerade ist, wirklich im gegenwärtigen Augenblick zu bleiben. Die Zukunft wird neu geordnet und sortiert, vieles hat noch keine endgültige Form angenommen. Wir müssen deshalb nicht heute bereits wissen, wie alles morgen aussehen wird. Vielleicht können wir manches noch gar nicht erkennen, weil es erst aus dem neuen Bewusstsein heraus entstehen möchte.
Wenn eine alte Version von dir endet, musst du nicht sofort wissen, wer die neue Version von dir sein wird. Wenn du Veränderung möchtest, sie aber noch nicht vollständig umsetzen konntest, bedeutet das nicht, dass du stehen geblieben bist. Und wenn du bemerkst, dass du mit aller Kraft am Alten festhältst, während der innere Druck immer größer wird, darf vielleicht eine ganz einfache Frage entstehen:
Was versuche ich gerade noch festzuhalten, obwohl etwas in mir längst weiß, dass es sich verändern möchte?
Ein Abschluss bedeutet dabei nicht, dass etwas vorher falsch gewesen ist. Manche Wege waren genau richtig für die Zeit, in der wir sie gegangen sind. Manche Aufgaben, Menschen, Orte und Erfahrungen haben uns getragen, begleitet und etwas in uns geöffnet. Doch etwas kann vollkommen stimmig gewesen sein und trotzdem irgendwann vollendet sein. Nicht alles, was einmal zu dir gehört hat, muss mit dir in deinen nächsten Abschnitt gehen.
Vielleicht besteht die Einladung dieses 9:9-Portals deshalb gar nicht darin, noch mehr zu tun. Vielleicht geht es darum, wahrzunehmen. Was ist bereits abgeschlossen? Was befindet sich mitten in seiner Veränderung? Und wo halte ich noch so stark dagegen, dass allein dieses Festhalten beginnt, unglaublich viel Kraft zu kosten?
Heute darfst du einatmen.
Einatmen, was du geworden bist.
Einatmen, was du erkannt hast.
Einatmen, was bereits gegangen ist.
Und auch das einatmen, was vielleicht noch nicht vollständig gehen konnte.
Morgen darf Stille sein.
Und wenn der neue Atem kommt, darfst du ausatmen, ohne bereits den gesamten weiteren Weg kennen zu müssen.
9.9. – Einatmen.
10.9. – Stille.
11.9. – Ausatmen.
Vertraue der Neuordnung. Vertraue dem Zwischenraum. Vertraue auch dann, wenn du noch nicht sehen kannst, was sich gerade neu formt.
Denn nur weil sich ein Raum leer anfühlt, bedeutet es nicht, dass darin nichts geschieht.
Vielleicht ist genau diese scheinbare Leere der Raum, in dem das Leben beginnt, sich neu zu sortieren. ✨
Sandra Lumina