WOFÜR SIND EIGENTLICH ERFAHRUNGEN DA UND WAS GESCHIEHT DABEI IN DER QUELLE GENAU?✨
Oft heißt es, die Quelle sammelt durch uns Menschen Erfahrungen. Doch genau hier entsteht eine spannende Frage: Warum sollte die Quelle überhaupt Erfahrungen sammeln, wenn sie bereits alles ist und alles in ihr enthalten ist? Wenn sie das ursprüngliche, vollständige Bewusstsein ist, kann ihr schließlich nichts fehlen, was wir Menschen ihr erst zurückbringen müssten. Und genau deshalb dürfen wir das Wort „sammeln“ etwas anders verstehen. Die Quelle sammelt Erfahrungen nicht, um Wissen zu bekommen, vollständiger zu werden oder weil ihr bestimmte Erfahrungen fehlen würden. Quelle ist das reine ICH BIN, das stille, unbegrenzte Sein, in dem sämtliche Möglichkeiten bereits enthalten sind. Doch etwas als Möglichkeit in sich zu tragen und diese Möglichkeit innerhalb einer konkreten Perspektive zum Ausdruck zu bringen, sind zwei verschiedene Zustände.
Man kann es sich wie weißes Licht vorstellen. Im weißen Licht sind bereits alle Farben enthalten. Rot muss also nicht erst erschaffen und dem Licht hinzugefügt werden. Trotzdem wird Rot erst als einzelne Farbe sichtbar, wenn sich das Licht bricht. Das Rot war vorher nicht abwesend, es war bereits vollständig enthalten, es war nur noch nicht als einzelne Farbe hervorgetreten. So verhält es sich auch mit unseren Erfahrungen. Die Quelle muss Liebe nicht kennenlernen, sie ist Liebe. Doch innerhalb der Schöpfung kann diese Liebe unzählige konkrete Ausdrucksformen annehmen. Wie fühlt sich Liebe als Mutter an? Wie fühlt sich Liebe nach einem Verlust an? Wie verändert sich Liebe, wenn ein Mensch Angst hatte, sich wieder zu öffnen? Wie fühlt sich dieselbe Liebe nach tiefer Vergebung an? Das Grundpotenzial war bereits vorhanden, doch durch eine konkrete Perspektive wird daraus eine ganz bestimmte Erfahrung.
Und genau darin liegt der tiefere Sinn von Erfahrung: Quelle erweitert durch uns nicht ihre Vollständigkeit, sondern sie entfaltet ihre Vollständigkeit. Möglichkeit wird zu Ausdruck. Das stille ICH BIN kommt in Bewegung und wird zu: ICH BIN dies. ICH BIN hier. ICH BIN diese Perspektive. ICH BIN diese Erfahrung. Und wir Menschen stehen dabei nicht außerhalb der Quelle und liefern ihr anschließend unsere Erfahrungen ab. Wir sind selbst Quelle in einer konkreten Ausdrucksform. Wenn ich als Mensch etwas erfahre, geschieht diese Erfahrung bereits innerhalb des einen Quellbewusstseins. Es gibt also nicht Sandra hier unten und irgendwo weit entfernt eine Quelle, die darauf wartet, dass Sandra ihr irgendwann ihre gesammelten Erfahrungen zurückbringt. Quelle selbst nimmt innerhalb ihrer eigenen Schöpfung diese Perspektive ein und erlebt aus genau diesem Blickwinkel.
Was geschieht nun energetisch mit diesen Erfahrungen? Stellt euch die Quelle wie einen unendlichen Ozean vor. Wir sind keine Tropfen, die den Ozean verlassen haben, durch die Welt reisen, Erfahrungen einsammeln und irgendwann wieder zurückkehren. Wir sind der Ozean selbst in unterschiedlichen Bewegungen. Eine Erfahrung ist wie eine Welle. Sie entsteht im Ozean, bewegt sich im Ozean und wird irgendwann wieder still im Ozean. Sie war niemals außerhalb davon. Deshalb muss eine Erfahrung auch nicht irgendwohin zurückgeschickt werden, denn sie hat die Quelle nie verlassen. Was wir als „Speicherung“ bezeichnen könnten, ist vielmehr eine erfahrene Information oder Frequenz innerhalb dieses einen Bewusstseinsfeldes. Nicht wie eine Datei, die irgendwo abgelegt wird, sondern wie eine Möglichkeit, die innerhalb der Schöpfung bereits Ausdruck und Erfahrung geworden ist.
Und dann entsteht die nächste große Frage: Was geschieht, wenn irgendwann alle Erfahrungen gesammelt wurden? Dieser Zeitpunkt kann nicht eintreten, denn Quelle ist unendlich, und damit ist auch die Möglichkeit ihres Ausdrucks unendlich. Nehmen wir Erfahrung A und Erfahrung B. Beide wurden bereits erfahren. Nun treten A und B miteinander in Beziehung und daraus entsteht C. C verbindet sich wiederum mit einer anderen Erfahrung und daraus entsteht D. Wird D anschließend aus einem veränderten Bewusstseinszustand heraus erlebt, entsteht daraus erneut eine andere Erfahrungsqualität. Erfahrung verbindet sich mit Erfahrung, Perspektive mit Perspektive und Möglichkeit mit Möglichkeit. Das Unendliche kann deshalb keinen letzten Ausdruck besitzen, denn hinter jedem Ausdruck eröffnet sich bereits die Möglichkeit einer neuen Verbindung, einer neuen Perspektive und damit einer neuen Erfahrung.
Ganz menschlich betrachtet: Ein Mensch kennt Liebe und er kennt Verlust. Doch dann erlebt er Liebe nach einem tiefen Verlust. Liebe selbst ist dadurch keine neue Grundenergie geworden, aber sie wird aus einer vollkommen anderen Perspektive erfahren. Vielleicht entsteht daraus eine tiefe Dankbarkeit. Diese Dankbarkeit verändert wiederum die Art, wie dieser Mensch liebt. Dadurch verändert sich seine nächste Begegnung, daraus entstehen andere Entscheidungen und wiederum neue Erfahrungen. Aus Erfahrung entsteht eine veränderte Perspektive, und aus einer veränderten Perspektive entstehen neue Möglichkeiten der Erfahrung. Deshalb gibt es keinen fertigen Erfahrungskatalog, der irgendwann vollständig abgearbeitet sein könnte. Ein solcher Katalog würde eine Grenze voraussetzen. Doch Quelle besitzt keine Grenze. Unendliches Bewusstsein kann sich unendlich ausdrücken, und jede neue Verbindung innerhalb dieses Bewusstseins eröffnet wiederum weitere Ausdrucksmöglichkeiten.
Und genau darin löst sich der scheinbare Widerspruch: Die Quelle sammelt Erfahrungen nicht, weil ihr etwas fehlt. Sie erfährt, weil das Unendliche sich ausdrückt. Sie lernt dadurch nicht erst, was sie ist. Sie bringt in Erfahrung, was sie bereits ist. Wir sind dabei nicht diejenigen, die der Quelle irgendwann Erfahrungen zurückbringen. Wir sind Quelle selbst, die sich genau hier und jetzt in einer bestimmten Perspektive bewegt und ausdrückt.
Quelle ist. Schöpfung ist Quelle in Bewegung. Erfahrung ist Quelle im konkreten Ausdruck. Und wenn die einzelne Welle irgendwann wieder still wird, bleibt der Ozean, das reine ICH BIN.✨
Deine Sandra Lumina 🌞